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iCloud vs. Google Drive vs. OneDrive 2026: Welcher Cloud-Speicher lohnt sich?

iCloud, Google Drive oder OneDrive? Wir vergleichen kostenlose Kontingente, Preise, Sicherheit und welcher Dienst zu wem passt.

AlleAbos Redaktion 9 Min. Lesezeit
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Fast jeder Smartphone-Nutzer hat irgendwann die Meldung gesehen: "Dein iCloud-Speicher ist voll." Oder die Benachrichtigung, dass Google-Fotos-Upload pausiert wurde, weil das kostenlose Kontingent aufgebraucht ist. Cloud-Speicher ist aus dem modernen digitalen Alltag kaum wegzudenken – für automatische Foto-Backups, Dokumente auf allen Geräten, Zusammenarbeit und als Sicherheitsnetz gegen Geräteverlust.

Doch welcher Anbieter lohnt sich wirklich? Dieser Artikel vergleicht iCloud+, Google One und OneDrive ehrlich – inklusive der kostenlosen Kontingente, Preise, Datenschutz und Empfehlungen nach Ökosystem.

Warum Cloud-Speicher wichtig ist

Bevor der Vergleich beginnt: Was leistet Cloud-Speicher überhaupt?

  • Automatisches Foto-Backup: Fotos und Videos werden im Hintergrund gesichert – ein verlorenes oder kaputtes Smartphone bedeutet nicht mehr zwangsläufig verlorene Erinnerungen
  • Geräteübergreifender Zugriff: Dokumente, Notizen und Fotos sind auf allen eigenen Geräten synchronisiert
  • Zusammenarbeit: Dateien können einfach mit anderen geteilt und gemeinsam bearbeitet werden
  • Verlustschutz: Als Backup gegen Datenverlust durch Geräteschäden, Diebstahl oder Softwarefehler

Für die meisten modernen Smartphone-Nutzer – besonders mit den immer hochauflösenderen Kameras – ist das kostenlose Grundkontingent schlicht zu klein für dauerhaften Einsatz.

Kostenlose Kontingente: Was bekommt man umsonst?

AnbieterKostenloser SpeicherAusreichend für...
iCloud5GBKleine Dateimengen, kaum für Fotos
Google Drive15GBEinige tausend Fotos (je nach Auflösung)
OneDrive5GBKleine Dateimengen
Dropbox2GBMinimal

iCloud mit 5GB ist besonders knapp: Ein modernes iPhone mit 48-Megapixel-Kamera erzeugt pro Foto mehrere Megabyte. Tausend Fotos können schnell 10-20GB belegen. Das kostenlose iCloud-Kontingent reicht für Apple-Nutzer mit aktivem Foto-Backup faktisch nicht aus.

Google bietet mit 15GB das großzügigste kostenlose Kontingent – geteilt über Gmail, Google Drive und Google Fotos. Vorsicht: Große Gmail-Postfächer und Drive-Dateien zählen mit.

Preisvergleich: Die bezahlten Pläne

Stand: Anfang 2026 – Preise können sich ändern. Aktuelle Preise immer auf den Anbieter-Websites prüfen.

Anbieter~50-100GB200GB1-2TBBesonderheit
iCloud+€0,99/Mo (50GB)€2,99/Mo (200GB)€9,99/Mo (2TB)Apple-Integration, Familienfreigabe
Google One€2,99/Mo (200GB)€9,99/Mo (2TB)Google Fotos KI, plattformagnostisch
OneDrive (M365)1TB in M365 Personal inklusiveNur mit M365-Abo, nicht separat sinnvoll
Dropbox Plusca. €11,99/Mo (2TB)Beste Desktop-Sync, Smart Sync

Für 200GB zahlen iCloud+ und Google One denselben Preis (ca. €2,99/Monat). Bei 2TB ebenfalls identisch (ca. €9,99/Monat). Die Entscheidung fällt also weniger nach dem Preis als nach Integration und Ökosystem.

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iCloud+ im Detail: Das Apple-Ökosystem-Optimum

iCloud+ ist für iPhone- und Mac-Nutzer die naheliegendste Wahl – und das aus gutem Grund. Die Integration ist unerreicht tief:

Was automatisch synchronisiert wird:

  • Fotos und Videos (iCloud Fotos)
  • Kontakte, Kalender und Erinnerungen
  • Notizen (Apple Notes)
  • Safari-Lesezeichen und offene Tabs
  • Passwörter (iCloud Keychain)
  • iMessage-Verläufe
  • Gesundheitsdaten
  • Gerätesicherungen (iPhone-Backups)

iCloud+ Extras – mehr als nur Speicher:

  • Private Relay: Eine Art VPN-ähnlicher Service, der die IP-Adresse beim Safari-Surfen verschleiert
  • Hide My Email: Generiert zufällige E-Mail-Adressen für Registrierungen, die an die echte Apple-ID weitergeleitet werden
  • iCloud Mail mit eigener Domain: E-Mail-Adressen mit eigener Domain über iCloud Mail

Familienfreigabe: iCloud+ Speicher kann über Apple Familienfreigabe mit bis zu 5 weiteren Familienmitgliedern geteilt werden – ein 2TB-Plan für ca. €9,99/Monat, geteilt durch 6 Personen, macht pro Kopf unter €1,70/Monat.

Schwäche: Für Android- oder Windows-Nutzer ist iCloud sehr eingeschränkt. Eine iCloud für Windows-App existiert, ist aber umständlich. Auf Android gibt es nur iCloud.com im Browser, keine native App.

Google One im Detail: Plattformagnostisch und KI-stark

Google One ist die bezahlte Erweiterung für Google Drive und Google Fotos. Es funktioniert gleich gut auf iOS, Android, Windows und Mac – und ist damit der universellste Anbieter.

Besondere Stärken:

Google Fotos KI: Die KI-gestützte Foto-Suche von Google ist beeindruckend. Man kann nach "Urlaub 2023 am Strand" suchen und findet die richtigen Fotos – ohne manuelle Tags. Menschen, Objekte, Orte, Texte in Fotos, sogar Emotionen werden erkannt.

Google Docs/Sheets/Slides: Kostenlose Office-Alternative direkt im Browser, ausgezeichnet für Zusammenarbeit in Echtzeit.

Plattform-Unabhängigkeit: Wer Geräte verschiedener Hersteller nutzt (iPhone + Windows-PC, oder Android + Mac) profitiert davon, dass Google-Dienste überall gleich gut funktionieren.

Google One Mehrwerte (je nach Plan):

  • Google VPN (in manchen Plänen inklusive)
  • Google AI-Features und -Credits
  • Erweiterte Google Fotos-Bearbeitungstools

Datenschutz-Hinweis: Google nutzt Daten für Werbe-Targeting. Die Fotos und Dateien in Drive/Fotos werden nach eigenen Angaben nicht für Werbung genutzt, aber viele datenschutzbewusste Nutzer fühlen sich beim Google-Ökosystem weniger wohl als bei Apple.

OneDrive im Detail: Der Microsoft-Bonus

OneDrive als eigenständiges Angebot ist wenig attraktiv – die kostenlosen 5GB reichen kaum. Doch für Microsoft-365-Nutzer ist es ein erheblicher Mehrwert: Microsoft 365 Personal (ca. €99/Jahr) enthält 1TB OneDrive inklusive.

Wer Microsoft 365 sowieso nutzt, hat damit de facto kostenlosen Cloudspeicher für 1TB – und braucht keinen separaten Cloud-Speicher-Vertrag.

Windows-Integration: In Windows 10/11 ist OneDrive direkt ins System integriert. Automatisches Backup von Desktop, Dokumente- und Bilder-Ordner ist mit wenigen Klicks eingerichtet. Für Windows-Nutzer ist das praktisch.

OneDrive Personal Vault: Ein extra-gesicherter Bereich mit Zwei-Faktor-Authentifizierung für besonders sensible Dateien – ein nettes Sicherheits-Extra.

Microsoft 365 Family: Enthält je 1TB OneDrive für alle bis zu 6 Personen – also 6TB gesamt für ca. €129/Jahr. Wenn man diese Lizenz teilt, ist das ein enormes Speicher-Volumen für wenig Geld.

Dropbox: Der Desktop-Sync-Spezialist

Dropbox ist der Pionier der Cloud-Synchronisation und bleibt in einer Nische besonders stark: Desktop-Sync. Die Dropbox-Desktop-App gilt als die zuverlässigste und schnellste Sync-Implementierung – wichtig für Profis, die große Dateien schnell zwischen Geräten synchronisieren müssen.

Dropbox Plus: aktuell ca. €11,99/Monat für 2TB. Teurer als Google One oder iCloud für dieselbe Kapazität, aber mit besserer Desktop-Integration und Features wie Smart Sync (Dateien in der Cloud ohne lokales Speichern).

Für reine Consumer-Nutzung ohne spezielle Desktop-Sync-Anforderungen: meistens kein Vorteil gegenüber iCloud oder Google One.

Datenschutz und Sicherheit: Was wirklich passiert

Alle drei großen Anbieter verschlüsseln Daten bei der Übertragung (Transport-Verschlüsselung, TLS) und bei der Speicherung. Der entscheidende Unterschied liegt darin, wer die Schlüssel hält:

Standard-Verschlüsselung (alle Anbieter): Daten sind verschlüsselt, aber der Anbieter kann im Prinzip auf die Daten zugreifen – und muss bei behördlichen Anfragen Zugang gewähren.

iCloud Advanced Data Protection (Apple, optional): Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für fast alle iCloud-Daten. Auch Apple selbst kann dann nicht auf die Daten zugreifen. Das bedeutet: Vergisst man das Passwort ohne Wiederherstellungsoptionen, sind die Daten verloren. Diese Option bietet das höchste Datenschutzniveau aller Mainstream-Anbieter.

Für sehr sensible Daten gibt es weitere Optionen:

  • Cryptomator: Kostenlose, Open-Source-Software, die Dateien lokal verschlüsselt bevor sie in irgendeine Cloud hochgeladen werden. Funktioniert mit iCloud, Google Drive, OneDrive – man hat volle Kontrolle.
  • Eigene NAS-Lösung (Synology, QNAP): Lokaler Server im Heimnetzwerk, volle Datenkontrolle ohne Abhängigkeit von Cloud-Anbietern.

Tipp: Für die meisten Privatnutzer ist der Datenschutz aller drei großen Anbieter ausreichend. Für Anwälte, Ärzte oder Personen mit besonders sensiblen Daten: iCloud Advanced Data Protection aktivieren oder Cryptomator nutzen.

Familienfreigabe: Gemeinsam sparen

Ein unterschätzter Sparfaktor: Alle großen Anbieter ermöglichen das Teilen von Cloud-Speicher mit Familienmitgliedern.

AnbieterFamilienfreigabeWie funktioniert's
iCloud+ (2TB)Bis zu 5 Mitglieder teilenÜber Apple Familienfreigabe
Google One (2TB)Bis zu 5 MitgliederÜber Google One in den Einstellungen
M365 Family (je 1TB)Bis zu 6 separate KontenJeder hat eigene 1TB, nicht geteilt

Bei iCloud und Google One teilen sich alle den Gesamtspeicher. Bei Microsoft 365 Family hat jeder seine eigenen 1TB.

Für eine vierköpfige Familie: Google One 2TB (€9,99/Monat) aufgeteilt auf 4 = ca. €2,50 pro Person für 500GB. Das ist sehr günstig.

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Empfehlung nach Ökosystem

iPhone und Mac als Hauptgeräte → iCloud+ Die tiefe Integration mit Apple-Geräten, Kontakten, Kalender, Passwörtern und die optionale Advanced Data Protection machen iCloud zur natürlichen Wahl. Für 50GB (€0,99/Monat) oder 200GB (€2,99/Monat) perfektes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Android und/oder Windows als Hauptgeräte → Google One Plattformagnostisch, hervorragende Fotosuche, ausgezeichnete Office-Suite im Browser. Für 200GB oder 2TB zum selben Preis wie iCloud.

Microsoft 365-Nutzer → OneDrive nutzen, kein extra Abo nötig 1TB ist bereits inklusive. Wer M365 Personal oder Family hat, braucht keinen weiteren Cloud-Speicher.

Gemischte Geräteumgebung (z.B. iPhone + Windows-PC) → Google One Google funktioniert auf allen Plattformen gleich gut und bietet die beste geräteübergreifende Erfahrung.

Maximaler Datenschutz → iCloud mit Advanced Data Protection Oder: Lokale NAS plus Cryptomator für vollständige Datenkontrolle.

Fazit

Für die meisten Nutzer ist die Entscheidung gar nicht schwer: Apple-Nutzer nehmen iCloud, Android/Windows-Nutzer nehmen Google One. Microsoft-365-Nutzer haben OneDrive bereits dabei.

Bei den Preisen gibt es auf der 200GB- und 2TB-Ebene keinen Unterschied. Die Entscheidung fällt also nach Integration und Ökosystem – und danach, ob man Apples datenschutzoptimiertes Modell bevorzugt oder Googles KI-starke Fotoverwaltung.

Wer Geld sparen will: Familienfreigabe nutzen und einen Plan teilen. Und wer sowieso Microsoft 365 abonniert hat, sollte OneDrive als inklusive Komponente aktiv einsetzen – kostenloser 1TB-Speicher, den viele einfach brachliegen lassen.

Häufig gestellte Fragen

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