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Notion vs. Obsidian vs. Apple Notes 2026: Welches Notiz-Tool braucht kein Abo?

Notion kostet im Team viel Geld. Wir vergleichen Notion, Obsidian und andere Tools – und zeigen wann ein Abo nötig ist und wann kostenlose Alternativen besser sind.

AlleAbos Redaktion 10 Min. Lesezeit
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Notizen machen, Wissen organisieren, Aufgaben verwalten – das sind universelle Bedürfnisse des digitalen Wissensarbeiters. Der Markt für PKM-Tools (Personal Knowledge Management) ist in den letzten Jahren explodiert. Notion hat dabei den Hype angeführt, aber es gibt starke kostenlose Alternativen.

Die große Frage: Braucht man wirklich ein Abo für gutes Notiz-Management – oder sind Obsidian (kostenlos), Apple Notes (kostenlos) und Logseq (kostenlos) oft die bessere Wahl?

PKM: Was hinter dem Begriff steckt

Personal Knowledge Management (PKM) beschreibt das systematische Erfassen, Vernetzen und Nutzen von Wissen. Statt Notizen in unstrukturierten Ordnern zu sammeln, geht es darum, Verbindungen zwischen Ideen zu schaffen und Wissen so zu organisieren, dass es später leicht abrufbar und nutzbar ist.

Populäre Methoden sind das Zettelkasten-System (viele kleine, vernetzte Notizen statt große hierarchische Strukturen) und PARA (Projects, Areas, Resources, Archives). Diese Methoden haben maßgeblich den Boom von Tools wie Obsidian und Logseq befeuert.

Notion im Detail: Flexibilität mit Preis

Notion ist seit 2018 das am schnellsten gewachsene Produktivitäts-Tool und hat eine riesige Community mit unzähligen Templates. 2024 und 2025 hat Notion stark in KI-Features investiert: Notion AI ist ein Aufpreis-Add-on, das Texte zusammenfasst, ergänzt und auf Datenbankeinträge zugreift.

Stand: März 2026 – Preise können sich ändern. Aktuelle Preise auf notion.so prüfen.

Notion Preise

PlanPreisNutzer
FreeKostenlos1 Person
Plusca. €10/Monat1 Person, unbegrenzt
Teamca. €15/Nutzer/MonatTeams, Collaboration
EnterpriseIndividuellUnternehmen
Notion AI+ca. €8–10/Nutzer/MonatAdd-on für alle Pläne

Das Free-Tier: Für Einzelnutzer bietet das kostenlose Notion erstaunlich viel: Seiten erstellen, Datenbanken nutzen, Gäste einladen, alle Block-Typen. Das frühere Block-Limit wurde 2023 für Einzelnutzer aufgehoben. Für Einzelpersonen ist Notion Free heute sehr umfangreich.

Der Sprung zum Team-Plan ist teuer: Bei Teams kostet Notion ca. €15 pro Nutzer und Monat. Ein 10-köpfiges Team zahlt schnell €150/Monat – ohne Notion AI. Mit AI-Add-on summiert sich das auf €230–250/Monat.

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Was Notion besonders gut macht

Datenbanken: Das ist Notions Killer-Feature. Eine Notion-Datenbank kann als Tabelle, Kanban-Board, Kalender, Galerie oder Liste angezeigt werden – und jeder Eintrag ist gleichzeitig eine vollständige Notiz. Relationale Datenbanken (eine Datenbank verlinkt auf eine andere) ermöglichen komplexe Wissensstrukturen.

Beispiel: Eine Projektverwaltung, bei der Projekte mit Aufgaben verknüpft sind, Aufgaben mit Mitarbeitern verknüpft sind und alles in verschiedenen Ansichten dargestellt werden kann – das ist in Notion elegant lösbar.

Templates: Die Notion-Community hat tausende kostenlose Templates erstellt. Ob Habit-Tracker, Jahresplanung, Studiensystem oder Buchliste – für fast jeden Anwendungsfall gibt es fertige, importierbare Templates.

Zusammenarbeit: Echtzeit-Kollaboration, Kommentare, Erwähnungen – Notion ist als Team-Tool konzipiert.

Notion AI: Das KI-Add-on ermöglicht Textzusammenfassungen, automatisches Befüllen von Datenbankfeldern und Chat mit Notizeninhalten. Nützlich, aber kein Muss und mit Aufpreis verbunden.

Notions Schwächen

Offline-Funktionalität: Notion ist eine Cloud-Anwendung. Ohne Internet ist der Zugriff sehr eingeschränkt. Wer oft in Zügen, Flugzeugen oder ohne zuverlässige Verbindung arbeitet, wird frustriert sein.

Ladezeiten: Bei sehr viel Inhalt kann Notion träge werden – besonders auf älteren Geräten oder langsamen Verbindungen.

Datenschutz: Notion ist ein US-Unternehmen, Daten liegen auf US-Servern. Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Team-Preise: Für Teams sind die Kosten erheblich. Für einen größeren Startup kann Notion schnell mehrere hundert Euro pro Monat kosten – besonders mit Notion AI.

Obsidian: Das kostenlose PKM-Powerhouse

Obsidian hat seit 2020 eine treue und sehr engagierte Community aufgebaut. Das Grundprinzip ist radikal anders als Notion.

Warum Obsidian kostenlos ist (und trotzdem gut)

Alle Notizen als lokale Markdown-Dateien: Obsidian speichert nicht in einer proprietären Cloud oder Datenbank – alle Notizen sind einfache .md-Textdateien auf deinem Computer. Du besitzt deine Daten vollständig.

Das bedeutet: Keine Server-Abhängigkeit, vollständige Offline-Funktionalität, keine Datenschutzbedenken, und du kannst deine Notizen mit jedem Texteditor öffnen – auch wenn Obsidian irgendwann verschwinden sollte.

Kostenlos für Privatnutzer: Obsidian ist kostenlos für persönliche Nutzung. Keine Einschränkungen, keine Datenlimits, keine Feature-Sperren.

Optionale kostenpflichtige Services (nicht nötig):

  • Obsidian Sync (ca. €8/Monat): Obsidians eigene Sync-Lösung zwischen Geräten. Alternativ kann man iCloud, Dropbox oder OneDrive kostenlos zur Synchronisation nutzen.
  • Obsidian Publish (ca. €8/Monat): Veröffentlicht Notizen als öffentliche Website. Für die meisten Nutzer nicht benötigt.

Tipp: Obsidian Sync ist bequem, aber nicht notwendig. iCloud Drive (oder ein anderer Cloud-Dienst) synchronisiert den Obsidian Vault kostenlos zwischen Mac, iPhone und iPad – einfach den Vault-Ordner in den iCloud-Drive-Ordner legen.

Was Obsidian besonders gut macht

Graph View: Eine visuelle Darstellung aller Notizen als Netzwerk, verbunden durch bidirektionale Links. Man sieht auf einen Blick, welche Themen und Ideen miteinander verknüpft sind. Für Zettelkasten-Nutzer ist das ein unverzichtbares Feature.

Bidirektionale Links: Mit [[Notizname]] verlinkt man auf eine andere Notiz. Obsidian zeigt dann auch in der verlinkten Notiz, von wo sie verlinkt wird (Backlinks). Das ermöglicht ein echtes Wissensnetz.

Plugin-System: Über 1.000 Community-Plugins (Stand 2026) erweitern Obsidian erheblich: Dataview (Datenbank-ähnliche Abfragen über Notizen), Calendar, Tasks, Kanban, Excalidraw (Zeichnungen), und viele mehr.

Vollständig offline: Keine Internetverbindung nötig. Der Vault liegt lokal.

Canvas: Die integrierte Canvas-Funktion erlaubt es, Notizen und Ideen visuell auf einer freien Fläche zu arrangieren – ähnlich wie ein digitales Whiteboard.

Obsidians Schwächen

Lernkurve: Obsidian ist für Einsteiger komplexer als Notion oder Apple Notes. Das Konzept des Vaults, Plugins konfigurieren, Markdown lernen – das erfordert Zeit.

Zusammenarbeit: Echtzeit-Kollaboration (wie in Notion) ist nicht ohne weiteres möglich. Für individuelle Nutzung ideal, für Teams weniger geeignet.

Mobile-App: Die iOS/Android-App ist gut, aber die Einrichtung der Sync zwischen Geräten erfordert etwas mehr Konfiguration als iCloud-basierte Tools.

Logseq: Das Daily-Notes-Powerhouse

Logseq ist eine kostenlose, Open-Source-Alternative mit einem anderen Ansatz: Es ist outliner-basiert. Statt ganzer Dokumente arbeitet man mit verschachtelten Bullet Points.

Besonders gut für:

  • Daily Notes (tägliches Journal mit automatischer Verknüpfung)
  • Task- und Habit-Tracking
  • Bidirektionale Links und Backlinks (wie Obsidian)
  • Bullet-Journal-artige Arbeitsweise

Schwächer für:

  • Längere, ausführliche Artikel oder Dokumente (Outliner-Struktur wird unhandlich)
  • Nutzer, die lieber klassische Dokument-Struktur mögen

Logseq speichert ebenfalls als Markdown-Dateien lokal – vollständige Datenkontrolle, kostenlos, Open Source. Das Logseq-Team arbeitet seit 2024 an einer überarbeiteten Datenbankversion (Logseq DB), die mehr strukturierte Daten ermöglichen soll; der Rollout ist schrittweise.

Apple Notes: Unterschätzter Allrounder

Apple Notes hat sich in den letzten Jahren zu einem erstaunlich guten Tool entwickelt – und ist für alle Apple-Nutzer vollständig kostenlos. Mit iOS 17, iOS 18 und macOS Sequoia wurden erhebliche neue Funktionen hinzugefügt.

Was Apple Notes heute bietet:

  • Vollständige Textformatierung (Überschriften, Listen, Tabellen, Checklisten)
  • Tags und intelligente Ordner (ähnlich Smart Folders in Finder)
  • Geteilte Notizen mit anderen iCloud-Nutzern (mit Kommentarfunktion)
  • Dokument-Scan-Funktion (automatische Erkennung und Scan)
  • Handschriftliche Notizen und Zeichnungen (auf iPad/iPhone mit Apple Pencil)
  • Passwortschutz und Face-ID-Sperre für einzelne Notizen
  • Suche in Handschrift und Text auf Bildern
  • Verlinkung zwischen Notizen (seit iOS 17)
  • Zusammenfassungen und KI-Funktionen über Apple Intelligence (iPhone 15 Pro / aktuellere Geräte)

Einschränkungen:

  • Eingeschränkter Web-Zugriff außerhalb von Apple-Geräten (iCloud.com bietet eine Web-Version, aber weniger komfortabel)
  • Kein nativer Markdown-Support
  • Keine Datenbank-Features
  • Für Windows oder Android: nicht sinnvoll nutzbar

Für Apple-Nutzer, die einfache, schnelle Notizen ohne komplexe Struktur wollen: Apple Notes ist eine hervorragende, kostenlose Lösung.

Bear: Markdown-Notizen für Apple mit Stil

Bear ist eine weitere Option für Mac/iOS-Nutzer mit besonders schönem Design:

  • Bear Free: Alle Notizen, Markdown, Tags, Export – ausreichend für viele
  • Bear Pro: ca. €14,99/Jahr – Sync zwischen Geräten, mehr Export-Formate, Themes

Bear kombiniert die Schlichtheit von Apple Notes mit Markdown-Support und einer sehr polierten Benutzeroberfläche. Für Nutzer, die Markdown und Apple-Ästhetik schätzen, ist es eine beliebte Alternative zu Apple Notes.

Joplin: Der Open-Source-Alleskönner

Joplin ist Open Source, kostenlos und plattformübergreifend (Windows, Mac, Linux, iOS, Android):

  • Markdown-basiert
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • Sync via eigenem Server, Nextcloud oder Dropbox/OneDrive/iCloud
  • Sehr gut für: Privacy-bewusste Nutzer, die Notion-ähnliche Features ohne Cloud-Pflicht wollen
  • Unterstützt Notebooks und Tags, Aufgaben, Anhänge

Joplin ist weniger poliert als Notion oder Obsidian, aber eine solide Option für Nutzer, denen Datenschutz wichtig ist.

Der Vergleich auf einen Blick

Stand: März 2026 – Preise können sich ändern.

ToolPreisOfflineDatenschutzZusammenarbeitStärke
Notion FreeKostenlosNeinMittelSehr gutDatenbanken, Flexibilität
Notion Plusca. €10/MonatNeinMittelSehr gutUnbegrenzt
Notion Teamca. €15/Nutzer/MoNeinMittelAusgezeichnetTeams
ObsidianKostenlosJaSehr gutEingeschränktPKM, Graph, Plugins
Apple NotesKostenlosJaGutGut (Apple)Einfachheit, Apple-Integration
LogseqKostenlosJaSehr gutEingeschränktDaily Notes, Outliner
BearKostenlos/€15/JahrJaGutNeinÄsthetik, Markdown
JoplinKostenlosJaSehr gutNeinPrivacy, Plattformübergreifend

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Empfehlung nach Nutzungstyp

Für Teams und Unternehmen → Notion Die Datenbank-Features, Echtzeit-Kollaboration und das Template-Ökosystem machen Notion für Team-Nutzung schwer zu ersetzen. Plus-Plan für Einzelnutzer, Team-Plan für Zusammenarbeit. Die Kosten im Blick behalten: mit Notion AI steigen sie deutlich.

Für Einzelpersonen mit Wert auf Datenschutz und Offline → Obsidian Kostenlos, lokal, Daten gehören dir, riesiges Plugin-Ökosystem. Die beste PKM-Lösung für Einzelpersonen, die bereit sind, etwas Zeit in die Einrichtung zu investieren.

Für Apple-Nutzer mit simplen Anforderungen → Apple Notes Kostenlos, vorinstalliert, gut genug für die meisten privaten Notizanforderungen. Mit Apple Intelligence auf neueren Geräten bekommt man sogar KI-Features ohne Aufpreis.

Für Daily Notes und Task-Tracking (Bullet-Journal-Stil) → Logseq Kostenlos, Open Source, lokal gespeichert. Ideal für strukturiertes tägliches Notieren.

Für Markdown-Liebhaber auf Apple → Bear Bear Free oder Pro (€15/Jahr) als attraktive Mischung aus Einfachheit und Markdown.

Für Privacy-First mit Plattform-Unabhängigkeit → Joplin Open Source, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, alle Plattformen.

Fazit: Braucht man ein Abo für gutes Notiz-Management?

Die ehrliche Antwort: Für Einzelnutzer meistens nein.

Obsidian (kostenlos) ist für viele Nutzer die beste Wahl: Lokal, datenschutzfreundlich, extrem erweiterbar durch Plugins, und mit dem Zettelkasten-Ansatz für echtes PKM geeignet. Die Lernkurve ist real, aber einmal eingerichtet, ist Obsidian mächtiger als die meisten Abo-Tools.

Notion Free ist für Einzelpersonen heute sehr großzügig und für die meisten Anwendungsfälle ausreichend.

Notion Team ist dann sinnvoll, wenn echte Team-Kollaboration gebraucht wird – aber man sollte die Kosten im Blick behalten, da sie mit Notion AI schnell steigen.

Wer einfache Notizen ohne großen Aufwand will: Apple Notes oder Joplin – beide kostenlos, beide gut.

Die gute Nachricht: In keinem anderen Software-Bereich ist die kostenlose Landschaft so stark. Wer Zeit investiert in das richtige Setup, braucht fast nie ein Notiz-Abo.

Häufig gestellte Fragen

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